»Ein mittelalterlicher Prachtbau erzählt via Lichtprojektion seine turbulente Geschichte: August 1429 – Die Stimmung ist zum Zerreißen angespannt. Auf dem Fischmarkt stehen sich bewaffnete Zünftler und Stadtadel gegenüber – ein über Jahre schwelender Konflikt ist kurz vor der Eskalation.« Simon Neßler
http://www.costnitz-tanzt.de
Anlass für den Aufstand war der Bau des neuen »Hauses zur Katz« in unmittelbarer Nähe zum Konstanzer Münster (1429). Während das Haus heute zwischen den angrenzenden Gebäuden verschwindet, stach der Prunkbau zur Zeit des Vierten Konstanzer Zunftaufstandes (1429-1430) sofort ins Auge. Stadtadel und reiche Vertreter der Kaufmannszunft hatten das Haus nach dem Vorbild des Palazzo Vecchio errichtet. Es war Veranstaltungsort berüchtigter Tanzfeste und Gelage, ein Versammlungsort einer Gemeinschaft und damit eine Provokation. Denn für das Mittelalter galt: Wer zusammen isst, der gehört zusammen.

Damit wechselten die Kaufleute gesellschaftlich auf die Seite der Adligen, was die Machtverhältnisse zwischen den Zünften und den Herrschaftsgeschlechtern im Stadtrat verschob. Eine Reaktion der ausgeschlossenen Handwerkszünfte war unvermeidlich. Als letztes Mittel griffen sie zu den Waffen. In seinem Lied über die Tänze in der Stadt Costnitz wird der Dichter Oswald von Wolkenstein die gesellschaftlichen Hintergründe des Konflikts auf greifen und dem »wunniklichen paradis« in Konstanz ein literarisches, aber auch subtiles Denkmal setzen. Das Lichtkunstprojekt »Costnitz tanzt« fand im Rahmen des Literaturfestivals »MINNE meets POETRY« statt.
Meine Aufgabenbereiche: Creative Art Direction

1. Gemeinsam mit Dr. des Jan Behnstedt-Renn: Verantwortlicher für die Entwicklung der Gesamtgeschichte für die Lichtkunstprojektion

2. Entwicklung eines Marketing-Narrativs und konzeptuelle Einbindung in die Projekt-Medien: Broschüre, Plakate, Flyer, Website

3. Visuelles Erscheinungsbild für das Projekt und Entwicklung/Gestaltung aller relevanter Medien (einsehbar unter der Rubrik »Editorial Design«)

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