»Die Arbeit besticht durch ihre professionelle Recherche, inhaltliche Tiefe und szenografische Überlegenheit. Insbesondere ist die fachübergreifende Kollaboration herausragend.« ADC (Art Directors Club)

»Eine ergreifende Ausstellung über die Geschichte der zerstörten antiken Handelsstadt Palmyra und die Frage, wie wir als betroffene Weltbürger, mit einer solchen Zerstörungswut umgehen könnten, der Palmyra zum Opfer fiel …« Simon Neßler
360°-Fotosphären der Ausstellung:
http://www.kaemena360.com/360/Uni-Konstanz/Bildungsturm-Palmyra

Palmyra. Die wohl schönste antike Stätte Syriens, wird zum traurigen Beispiel für bedrohtes Weltkulturerbe. In den letzten Jahren zerstörten die Terroristen des Daesh die ehemals prunkvollen Ruinen.
Wie gehen wir mit der Zerstörung des kulturellen Welterbes um? Und wie können wir Geschichte erleben, wenn das Original nicht mehr vorhanden ist? Diese Fragen stellte die Ausstellung »Rebuild Palmyra?«.

Im Erdgeschoss empfängt die Ausstellung die Besucher mit einem Blätterwald aus nationalen und internationalen Zeitungsartikeln, die über die Zerstörung Palmyras während der letzten Jahre berichten. Das vielfältige und weltweite Medienecho zur tragischen Rolle der Oasenstadt, zeigt, welche große Bedeutung die Ruinen Palmyras noch heute besitzen.
Im ersten Stock erfahren die Besucher mehr über die Geschichte Palmyras. Ein Zeitstrahl stellt die Geschichte der Oasenstadt vom traditionellen Nomadentreffpunkt zur Handelsmetropole der Antike und ihre Wiederentdeckung seit dem 18. Jahrhundert vor.
Bedeutende Bewohner Palmyras wie die Königin Zenobia, Priester und Händler erzählen an Hörstationen ihre Geschichte und geben Einblicke in die Gesellschaft jener Zeit. Tablets bieten den Besuchern vertiefendes Hintergrundwissen.
An einem interaktiven Medientisch können die Besucher die städtebauliche Entwicklung der antiken Stadt durch die Zeiten begleiten. Wann entstanden welche Tempel und Stadtteile? Die Besucher bestimmen selbst, wie schnell sie sich durch die Epochen hindurch bewegen wollen und über welche der Gebäude sie mehr erfahren möchten.
Animierte Schiffe, Kamele und Pferde illustrieren an einer interaktiven Wand die antiken Handelsrouten wichtiger Güter und zeigen, wie globalisiert der Handel von Luxusgütern, wie Seide und Gewürzen, schon in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten war. 
Im zweiten Stock bietet sich den Besuchern die Möglichkeit, die vom Daesh gesprengten antiken Gebäude Palmyras über verschiedene Epochen miteinander zu vergleichen. Die Tempel, öffentlichen Gebäude und Gräber sind als 3D-Druck über ihrem Standort auf einem Satellitenbild zu sehen.
Durch Augmented Reality werden die Zustände vor der Zerstörung durch den Daesh und die rekonstruierten Zustände der antiken Prachtbauten wieder dreidimensional erlebbar.
VR-Ferngläser bieten eine weitere Möglichkeit der virtuellen Erfahrung Palmyras. Mit ihnen können sich die Besucher virtuell durch 360-Grad-Rundumansichten der phantastisch erhaltenen Ruinenstadt bewegen, so wie sie sich vor den Sprengungen zeigte.
Im dritten Stock haben die Besucher schließlich die Option, selbst zur Frage Stellung zu beziehen: Soll Palmyra wieder aufgebaut werden? Und wenn ja, in welchem Zustand? Dabei werden verschiedene mediale und bauliche Möglichkeiten der Rekonstruktion aufgezeigt und Meinungen diverser Experten zu dem Thema zitiert. Die Abstimmungsergebnisse der Besucher im obersten Stockwerk werden prozentual in einem Hologramm im Erdgeschoss abgebildet. Je mehr Besucher für den Wiederaufbau von Palmyra stimmen, je vollständiger erscheint der Miniatur-Grabturm.
Damit erhält der als Frage formulierte Ausstellungsitel »Rebuild Palmyra?« seinen Sinn, spiegelt er doch in plakativer Offenheit den schwierigen Umgang mit zerstörtem Kulturerbe wider.
Text von Jacqueline Berl, Historikerin

Diese Ausstellung wurde von einem Team aus Studenten der HTWG – Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz (Studiengänge Architektur und Kommunikationsdesign) und der Universität Konstanz (Studiengänge Geschichte sowie Informatik und Informationswissenschaft) erarbeitet.

Meine Aufgabenbereiche:

Hauptverantwortlicher für:

1. Marketing: 
1.1 Konzeption, Gestaltung, Drucklegung und Koordination der Ausstellungsplakate; ebenso Medienbespielung für die Werbegroßflächen, City-Light-Stationen und Straßenbanner. 
1.2 Konzeption, Gestaltung, Drucklegung der Einladungskarten, Flyer und Augemented-Reality-Booklets für die Ausstellung.
1.3 Entwicklung und Umsetzung dreidimensionaler Werbekuben als öffentlichkeitswirksame Intervention im Innenstadtbereich von Konstanz. Die Kuben stellten den Ausstellungsprolog dar.

2. Projektmanagment: Akquise von Sponsorengeldern, Erstellung von Zeitplänen und Planung von Arbeitsabläufen, Ansprechpartner für die Stadt Konstanz (Mitveranstalter).

3. UX/UI-Design: Konzeption der Narrative für die interaktiven Ausstellungsmedien. Entwicklung der Oberflächen für die digitalen Devices in der Ausstellung (interaktiver Medientisch, Augmented-Reality-Tablets, Info-Tablets im Zeitstrahl, Augmented-Reality-Ferngläser).

Mitverantwortlicher für:

1. Ausstellungsgrafik (Konzeption, Gestaltung, Drucklegung, Koordination)
2. Visuelles Erscheinungsbild für die Ausstellung
3. Gestaltung des interaktiven Zeitstrahlelements im zweiten Ausstellungsraum
4. Satz der Ausstellungstexte + Anbringung der Wand- und Bodengrafiken
5. Ausstellungsnarrativ (Konzeption)
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