»Ein spannendes Museumskonzept, das die Ausgrabung archäologischer Funde wieder erfahrbar macht und Ausstellungsbesucher zu Zeitreisenden werden lässt.« Simon Neßler
[1] Nach dem die Ausgrabung beendet wurde und die Gerüste abgebaut sind kann ein neuer Raum entstehen. 

[2] Dazu werden Fundamente, Boden, Wände und Stützen in die Grube eingebracht. Dadurch bildet sich, um die Fundstücke herum, unser zukünftiger Ausstellungsraum.

[3] Die Decke des neuen Raumes ist zugleich der neue Boden für den Platz. Im südlichen Bereich, über der ausgegrabenen Basilika wird der Grundriss der Klosterkirche als Glasbodenstücke eingelassen.

[4] An interessanten Stellen über der Ausstellung erheben sich Platten, die den neuen Platz dynamisch gestalten. Gleichzeitig wirken die Erhebungen als eine Vorahnung auf das, was sich unter dem Platz abspielt. Durch die Verglasung der Öffnungen hat der Besucher die Möglichkeit bereits vom Platz aus in die Ausstellung zu blicken. Der konservierte Bereich im Innenhof wird mit einer Rasenfläche bedeckt, die von den Besuchern genutzt werden kann.
Aus einer der Platten entsteht ein nach Süden ausgerichtetes Cafe, in dem sich aus der erhobenen Ebene eine weitere Platte erhebt und das begehbare Dach bildet. Gefasst wird das Cafe durch eine gläserne Fassade.

[5] Um einen erleichterten Zugang zum neu gestalteten Areal zu ermöglichen führt eine breite Treppe auf den Platz, die Richtung Sternenplatz ausgerichtet ist. Eine behindertengerechte Rampe führt von der entgegengesetzten Richtung auf den Platz. Treppe und Rampe treffen sich an der süd-östlichen Ecke des Cafés und der Blick des Besuchers wird direkt zum neuen Haupteingang des archäologischen Landesmuseums gelenkt.
Neuentwurf für das zukünftige Museumsareal.
Sobald die Ausgrabung beendet ist und der Aufbau des Platzes und der Ausstellung beginnt, wird die Gestaltung beruhigt. Es wirken jetzt hauptsächlich die zwei Grautöne zusammen mit dem Cyan und Weiß um ein geordnetes und seriöses Gesamtbild zu erzeugen. Die Erdtöne werden als Schmuckfarben verwendet. Die Plakate weisen auf die Eröffnung einer Ausstellung auf dem Gelände des Archäologischen Landesmuseums hin, ebenso die Website. Dort bekommt man alle nötigen Informationen über das Museum. 
Die App wird um neue Funktionen erweitert. An verschiedenen Stellen auf dem Gelände kann man nun mit ihr eine Zeitreise starten und die Basilika des Klosters virtuell erkunden. In der Ausstellung gibt es außerdem an einigen Stellen die Möglichkeit mit Hilfe der App zusätzliche Interaktionen zu erleben.
Ein Kernelement des neuen Museumsabschnitts ist das Ausstellungsmodul, das aus der originalen Petershausener Grabungsschicht stammt. Es zeigt den Ablauf, die Dynamik und die Prozesse einer Ausgrabung – quasi vom ersten Spatenstich an, bis deren Ende. Per Hand verschiebbare transluzente Bildschirme wirken als Zeitfenster: Sie ermöglichen ein Zurückreisen in die Grabungsphase und erzählen die Ausgrabungssystematik anhand der Petershausener Ausgrabung. 
Durch die Position des Zeitfensters bestimmt der Ausstellungsbesucher den Grabungsausschnitt, den er sich genauer erklären lassen möchte; durch Einblendung von Ausgrabungszenen aus der Petershausener Ausgrabung wird ihm die Geschichte individuell und in seiner eigenen mentalen Geschwindigkeit erzählt. 
Zusätzlich zur zeitlichen Navigation nach rechts oder links, stehen ihm weitere Inhalte zur Verfügung, die er nach Belieben hinzuschalten kann: Unter anderem kann er Ausschnitte des Zeitfensters an der dahinterliegenden Rückwand vergrößert ablaufen, sich wissenschaftliche Begriffe aus dem Forschungskontext erklären und wichtige Gerätschaften einblenden lassen. Anhand der Zeitfenster ist es somit jedem Besucher, der bisher noch keiner Ausgrabung beiwohnen konnte möglich, diese nah und realistisch kommentiert zu bekommen.
Wenn man sich im Bereich der Ausstellung befindet, erscheint zunächst die Aufforderung sich an einer der Stationen einzuloggen. Geht man dorthin und tippt auf das Symbol, erkennt die App wo man sich befindet uns lädt automatisch die passende Anwendung.

Die Ausgrabung kann man, wie bei den Zeitfenstern, auch auf seinem Handy betrachten. Durch Augmented Reality sieht man auf der realen Ausgrabungsfläche, was in Petershausen während der Ausgrabung geschah. Man kann sich frei am Ausgrabungsfeld bewegen und alles auch im Vollbildmodus genießen. Zur Erinnerung kann man sich durch tippen auf das Kamera Symbol ein Foto des aktuellen Ausschnittes abspeichern. 

Auch die Informationsartikel und Begriffserklärungen können durch tippen auf das Herz Symbol abgespeichert werden, um das Erlebnis mit nach Hause nehmen zu können. Zusätzlich dazu können Gegenstände im Bild auftauchen, die man sammeln kann, um sich später im Verlauf der Ausstellung zu den Originalen im Archiv führen zu lassen.
Die linke Seite des Ausstellungskomplexes ist durch eine großflächige Verglasung der Seitenwand charakterisiert; sie bildet ein weiteres zentrales Ausstellungsmodul: es ist die sogenannte »Smartwall«. Sie ermöglicht einen Blick auf die Petershausener Grabungsschicht an sich. 
Da die Stratigrafie eines der wesentlichsten Prinzipien der archäologischen Methodik ist, kann man sich ihre Funktions- und Anwendungsweise direkt auf der projizierten Wand erklären lassen. Die Smartwall ist in der Lage unterschiedliche Modi anzubieten. Man kann fragen an Archäologen der vergangenen Ausgrabung stellen und sich diese beantworten lassen; des Weiteren ist es möglich sich die Stratigrafische Methode direkt am Beispiel der vorhandenen Schicht erläutern zu lassen. 
Die Smartwall verfügt ebenfalls über eine Zeitfensterfunktion und kann den Museumsbesucher zurück in den damaligen Ausgrabungsverlauf versetzen; so ist es an der Smartwall möglich durch den kompletten Innenhof zur Zeit der Ausgrabung zu navigieren. Als letzte Funktion kann man sich mit der Smartwall auf eigene Spurensuche in den Schichten begeben und nach Funden der Ausgrabung suchen; findet man diese werden sie einem im Rücken des Besuchers in Vitrinen durch ein Lichtband das zu ihnen führt gezeigt.

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